Jugendweihe im Westen

Jugendweihe-thueringen.de ist nicht mehr verfügbar. Bitte versuchen Sie es stattdessen mit jugendweihe-ostthueringen.de.

 

Die Jugendweihe

Rituale, die den Übergang von der Kindheit ins Erwachsenenleben zelebrieren, existieren in fast allen Kulturen. In der abendländischen Kultur wurden diese Rituale, wie alle anderen Feierlichkeiten auch, im Laufe der Zeit von der Kirche übernommen. In der bis zum 16. Jahrhundert dominierenden katholischen Kirche ist dies die Firmung, die oft mit der Erstkommunion verbunden wird. Sie stellt eines des sieben Sakramente dar und war folglich ein wichtiger Schritt im Leben eines Christen.

Kirche und Rituale in Veränderung

Mit der Spaltung der Kirche während der Reformation entwickelten sich neue Traditionen. Da die Firmung in der Bibel weder beschrieben noch erwähnt wird, sahen die neugebildeten protestantischen Kirchen diese nicht als Sakrament und führten sie in der Folge auch nicht mehr durch. Als Alternative entwickelte sich aber die Konfirmation, die ebenfalls den Übertritt ins kirchliche Erwachsenenalter zelebriert.

Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts versuchten verschiedene kirchliche und ideologische Gruppen, die Feier des Übertritts ins Erwachsenenalter vom Ritus der Firmung oder der Konfirmation zu entkoppeln. Sie wurde zum Beispiel mit dem Schulaustritt verbunden. Als Bezeichnung für solche Feiern setze sich zuerst der Begriff Jugendweihe und später immer mehr Jugendfeier durch.

Sehr populär waren die Jugendweihen in der Arbeiterbewegung, die sich von der Kirche klar distanzierte. Seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts veranstaltete sie regelmäßig Jugendweihen. Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten etablierten auch diese ähnliche Feiern, die als Nationalsozialistische Jugendleite, Verpflichtung der Jugend oder Jugendweihe der NSDAP bekannt waren. Nach dem Zweiten Weltkrieg verschwanden die Jugendweihen in Westdeutschland weitestgehend, während sie in der Deutschen Demokratischen Republik staatlich organisiert und sehr populär wurden.